Und wieder geht’s auf Lesereise. Zu Fontane nach Brandenburg. Was mich mit Fontane verbindet? Schwer zu sagen. Einmal war ich in der Apotheke seines Vaters im Oderbruch. Ja, das Haus gibt es noch. Und bis vor ein paar Jahren war die Dorfapotheke noch da, bis sie umgezogen ist in ein modernes Haus mit rollstuhlgerechtem Zugang. Was ich dort kaufte? Mückenspray. Sicherlich.
Bald geht’s wieder auf Reisen. Ich freue mich. Diesmal auf keinen Fall mit Panne auf der Autobahn. Ein völlig neues Reisekonzept. Lasst Euch überraschen!
Eigentlich! Eigentlich wollte ich von Oldenburg aus noch einen Tag nach Maczków fahren. Wie es aussieht, könnte der Ort eine Rolle im neuen Roman spielen. Aber der Ort war zu weit westlich. Zu lange Fahrtzeiten. Da wundert Ihr Euch? Tja. Stattdessen kurz an die Nordsee, wenn man schon mal hier ist. Nicht ganz. Nach Blexen, wo es eine Fähre gibt über die WeserMündung nach Bremerhafen. In der Ferne sieht man schonest offene Meer. In Blexen werden Fundamente von Offshore-Windkraftanlagen gebaut. Gigantische Ausmaße.
Gestern noch meinen Text gelesen:
Dann kam ein Berg heran, eigentlich nur ein Hügel, eine Eisenbahnlinie umkreiste ihn bis zum Gipfel, wie eine Murmelbahn einen Sandberg. „Sieh nur, der Brocken, Joanna!“ Der Brocken! Das also war der alte Brocken! Und diese dünne Linie, die sich durch Wälder und Täler zog, quer durch ihre Dörfer, diese Linie, so fein wie ein Spinnweb, diese Linie ist also die Grenze, die sie alle so fürchten da unten und die sie so hübsch einhegt in ihrer kleinen Spanschachtel. Ich konnte es nicht glauben! Und ach! Dass die Luken sich nicht öffnen ließen und ich ihnen allen ein Ade! zurufen konnte!
Also hinauf zum Brocken! Aber wie er aussieht inmitten von Baumskeletten
Lesung in Schneverdingen, dem Herz der Heide. Am Rand der typischen Heidelandschaft anhalten, eigentlich für eine Radrunde durch die Heide. Aber Regen setzt ein. Also fasse ich den Entschluss, die schönen Lesestellen von Hamburg nochmal zu nehmen. Am Abend Lesung im Kulturhaus Schneverdingen. Es ist für mich die Erfahrung des Tages. Schneverdingen mit 13000 Einwohnern hat einen Kulturverein mit 1000 Mitgliedern. Und diese Leute schaffen es, ein neues Kulturhaus zu errichten (Abb). Im Mai wurde es eröffnet. Lesung vor aufmerksamen und interessierten Gästen. Das hat Spaß gemacht. Übrigens mit Wasser aus der Flensburger Brauerei. Ich trinke nicht farbloses Bier zur Lesung. Nach der Lesung Abendstimmung im Heidegarten. Ein ganz herzlicher Dank geht an Anna und Peter Plümer von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Schneverdingen für die liebevolle Gastfreundschaft!
Tagsüber Schiffe gucken vom Altonaer Balkon. Dabei durch Zufall das Heine-Haus entdeckt. Zum Essen mit Viola Krizak beim Griechen auf dem herrlichen Spritzenplatz in Ottensen. Die Lesungstexte besprochen. Sie musste mich nicht lange überreden, dass ich ihre Lieblingstexte in die Sammlung aufnahm. So gefallen mir Lesungen. Spontan. Und so hat es auch dem Publikum in der „Alten Druckerei Ottensen“ gefallen.