Urlaub 2015

Samstag, 25.7.2015

Endlich raus aus Sachsen,um die Band Banda Communale zu zitieren:

https://www.facebook.com/bandacomunale

Sonntag , 26. Juli
Auf dem Haardt. Schönes Dorf. Häuser aus gelbem Sandstein, der gleich in den steilen Hängen des Pfälzer Waldes hinterm Dorf gebrochen werden konnte.
image

Gestern Abend schon kleiner Spaziergang. Nein, das Wort ist kaputt. Kleine Besichtigung. Weiter Blick über die Rheinebene. Speyer. Die Vogesen.
Es wachsen tatsächlich Feigen hier!

image

Montag, 27.Juli
Gegen Mittag kleine Radfahrt nach Neustadt a.d. Weinstrasse.
Hübsche Fachwerkaltstadt. Obwohl die Region protestantisch ist, wird die Kirche offenbar auch von Katholiken genutzt.
Steil geht es wieder hinauf. Bald erreichen wir die Weinberge von Hambach und sehen vor uns schon das Hambacher Schloss.
image

Hambach, ein hübsches Dorf. Gerade ist hier die Johannes Kirchweih. Stände überall. Wir sitzen beim Kerner vor einem Weinlokal. Neben uns dreht sich das alte Karussell
image
Auch am Abend wieder Zeichenübungen. Wie lange nichts mehr gemacht!
Ganz von vorn beginnen:
image

28. Juli
Grosse Radtour. Ins schöne Weindorf Gimmeldingen.
image

image
Dann geht’s ein langes Tal hinauf in den Pfälzer Wald. Nichts mehr übrig vom südlichen Klima der Rheinebene. Kühle, feuchte Mittelgebirgswälder.
Über einen über 300 m hohen Pass und dann kilometerweite Abfahrt zurück in die Wärme. Hier scheinen die Weindörfer sehr wohlhabend. Keine improvisierten Besenwirtschaften wie an der Mosel. Eher noble Lokale.
Durch die Weinfelder zurück.

Mittwoch, 20. Juli
Am Vormittag Regen. Dann aber zum Hambacher Schloss. Von der Schloss-Terasse einen grandiosen Blick über die Rheinebene. Da scheint die Sonne wieder. Kurze Führung durch die Ausstellung zum Gedenken an das Hambacher Fest. Kann aber gerade keine schwarz-rot-goldne Dinge mehr sehen, seit in Dresden schwarz-rot-goldne Kreuze durch die Straßen getragen werden. Dabei haben die sächsischen Wutschwenker so gar nichts gemein mit den freiheitsliebenden Hambacher Bürgern, gemeinsam mit Franzosen und Polen, die vor der russischen Besatzung geflohen waren.
image

image

Noch ein Abstecher in das Weindörfchen St. Martin
image

Zu Hause überraschten uns die Vermieter mit frischen Feigen, was aber nicht ohne Tücken war
image

image

Donnerstag, 30. Juli
Ausflug nach Heidelberg. Stadtbummel, die schönen Gassen entlang. Das Schöne an Heidelberg sind ja nicht die spektakulären Sehenswürdigkeiten, sondern die alte Stadt.
image

image

Treffen mit Micha Holz und Bummel durch den Schlossgarten mit schönen Blicken ins Tal.
image

Sitzen noch eine Weile beim Bier in einer alten Studenten-Spelunke. Heute allerdings feinste Adresse…
image

So sehen Tische und Holzwände aus. Wer weiss wie es geht, kann sie um Wein anbohren.
image

Freitag, 31.7.
Schöne Radtour. Vom Weindorf St. Martin aus – wo heute Abend Kirmes sein soll – in die Südpfalz. Vorbei an hübschen Weinorten wie Rodt unter Riedburg.
image

image
Der südliche Pfälzer Wald erinnert ans böhmische Mittelgebirge
Der Blick aufs AKW Phillipsburg in der Rheinebene:
image

In St. Martin öffnen sie die Höfe zur Kirmes und wir finden einen besonders schönen für Flammkuchen und Wein.
image
image

Crêpes zum Nachtisch. ..

Samstag, 1.8.
Fahrt in die Bourgogne. Zwischen Schwarzwald und Vogesen nach Süden, dann von Mulhouse Richtung Westen.
Kommen am Nachmittag in St. Pierre de Bresse an. Das Dörfchen erinnert uns sofort an polnische Dörfchen. Die Gärten mit ihrer wilden Schönheit. Nicht die restlose Ordnung wie in den Dörfern der Pfalz.
Es gibt aber einen super marché, den gibt’s in der Pfalz nicht. Eine Augenweide an Wohlgeschmack: frischer Fisch, Käse, Käse, Käse, Muscheln, Wein…
Und natürlich liegen beim Fleischer grob gerupfte, ganze Hühner, das berühmte volaille de Bresse, das Bresse – Geflügel.

image
image

2.8. St. Pierre de Bresse
Früh zu boulanger. Wundervollste baguettes. Am Morgen noch Nebel überm Dorf. Wir nutzen den schönen Tag für einen Ausflug in die kleine Stadt Beaune. Langsame Fahrt über schöne Dörfer. Wilde, schöne Gärten. Häuser aus Holz und Backstein. Weite Dachüberstände. Heute könnte man glauben, um Schatten zu finden.
Beaune. Schöne Gassen. Steinfassaden, Fensterläden und Kaminschornsteine.
image

Wir besichtigen das alte Hospital, das hôtel dieu. Zeichen bürgerschaftlichen Engagements und Barmherzigkeit im Mittelalter.
image
Typisch fürs Burgund die bunten Dachziegel.

image

Die Rückfahrt über eine Strecke des berühmten Weinbau – Gebiets Côte d’or

3.8., Mo
Ausflug nach Louhans. Hier soll es einen berühmten Viehmarkt geben. Natürlich war es ganz anders. Tausende Menschen zogen an verschiedensten Ständen vorbei. Am beeindruckendsten die Lebensmittelstände.
image

image

Wir konnten uns in der Hitze und im Gedränge kaum mehr retten und fuhren nach einem Picknick im Schatten in das kleine Städtchen Tournus.
Aus dem Auto raus und im leichten Wind auf der Mauer über dem Fluß Saône sitzen.
image
Überhaupt ist es eine gute Idee, bei der wieder beginnenden Hitze in die kleinen alte Städte zu gehen. Sie sind dafür gebaut. Die schattigen Cafés, die engen Gassen, nicht zuletzt die stolze Kühle der Kirchen. So auch in Tournus, vor 2000 Jahren eine gallische und römische Stadt. Nur dass es hier eine ganz bedeutende Kirche gibt: St. Philibert aus dem 11. Jahrhundert.
image
Noch schöner ist es heute im Kreuzgang des ehemaligen Klosters
image

image
Das Langhaus eine der kühnsten Gewölbekonstruktionen der Zeit.
image
Vor dieser herrlichen Fassade noch zu einem Café au lait gesessen.

4.8, Dienstag
Zum ersten Mal morgens strömenden Regen. Wir fahren mittags noch nach Dijon, die alte Hauptstadt des Burgund. Da kommt die Sonne wieder. Die Luft ein wenig abgekühlt, so dass es in der Marienkirche (Notre Dame) fast warm erscheint. Alte, stolze Gotik im 12. Jahrhundert. Da haben sie in Dresden noch im Sumpf gewohnt. Und die Romantiker mussten später feststellen, dass die gotischen Dome eben keine deutsche Erfindung waren.

Schönes Flair in der Stadt.
image

image

Immer wieder diese Architektur:
image

Oder so – die typischen Burgunder Dächer
image

Und das ist ein Zeuge der grossen Zeiten: der Sitz der Herzöge von Burgund:
image

Mittwoch, 5.8

Der Morgen zwar noch kühl, aber bald würde es wieder heiss werden. Aber auf dem Fahrrad sitzend, den kühlen Fahrtwind spürend rufe ich: was für eine schöne Art der Fortbewegung! Wir umfahren die Etangs von Pierre de Bresse, Fischteiche, von alten Eichen umstanden:
image

Unser schattiger Picknickplatz:
image

Beim Radfahren bleibt Zeit für ein Foto von den typischen Häusern der Gegend, die ich weiter vorn nur im Vorbeifahren beschrieben habe.

image

Oft haben sie im Garten ein solches Backofenhaus:
image

Schattige Rast in einer Bar in la Chapelle St. Saveur
Dann über Hügel in großem Bogen nach Pierre de Bresse zurück. Winzige Dörfer, einsame Gehöfte, manche verfallen, aber selbst im Verfall nicht ohne Eleganz

image
Hier bedeckt ein Baum behutsam das eingefallene Dach:
image

6.8. Donnerstag

Unerträgliche Hitze heute. Aber wir haben noch ein Hitze Programm : ein Ausflug ins nahe Jura! Es gibt einen Badesee. Und es gibt ein Tal mit Wasserfällen, die Cascades du Hérisson. Dahin gehen wir. Das Wasser, das durch den Jura-Kalk geflossen ist, sammelt sich in kleinen Seen und ist grasgrün. Natürlich strömen heute tausende ins kühle Tal. Wir finden aber einen schönen Platz im Bachbett zum Picknick.
image

Die Kinder steigen entlang der sieben Wasserfälle hinauf
image
Ich nutze die Zeit für ein paar Zeichnungen
image

7.8, Freitag

Der letzte Tag in der Bresse wird der heißeste Tag. 38 Grad werden erwartet.
Ein guter Tag für eine Radtour. Wir fahren die 10 km bis zum Fluss Doubs.
Und sind dann Teil eines französischen Sommertage am Fluss. Locker verteilt sitzen Leute unter Sommerschirmen. Wir finden ein schattiges Plätzchen am steinigen Ufer. Auf der anderen Flussseite baden welche. Das Wasser ist gut und klar. Danach werden die Angeln rausgeholt. Irgendwo werden schon Fische gegrillt.
Wir lagern uns zum Picknick.
image

8. 8, Samstag

So sah der Aufbruch am Vormittag in Frankreich aus.
image

Die Fahrt geht ins Hâute Jura. Das Kalksteingebirge baut sich wie ein imposanter Riegel aus der Ebene auf. Entsprechend steil geht die Fahrt. Entsprechend waren die Hoffnungen, das Unwetter abzuschütteln. Und siehe da, im Hoch Jura war davon nichts mehr zu sehen. Stattdessen grandiose Talblicke.
image

Über einen 1200m Pass in die Schweiz und dann steil hinab zum Genfer See, hier die Genfer Seite bei Nyon
image
Picknick an unserer alten Badestelle in St. Prex. Der Blick geht nach Lausanne und Vevey. Ich bin immer wieder befremdet vom übergroßen Reichtum der Städte mit ihren Ansiedlungen wie IOC oder Nestlé , aber auch von der zeitlosen, mediterranen Schönheit der Wein- und Fischerorte. Obwohl wir in 17 Jahren nun auch dort zahlreiche Wechsel von der Bäckerei zum Immobilienhändler verfolgt haben.

image

Quartier diesmal im vergleichsweise zivilen Jaun statt am anderen Ende der Welt – Abländschen. Ein Deko-Bauernhaus.
image
Gleich in den Dorfladen, wo uns die gute Käthe begrüßt. Sie hat natürlich bemerkt, dass wir zwei Jahre nicht hier waren. Sie kennt die Jungs seit deren ersten Lebensjahr und reicht ihnen immer noch wie jedes Mal ein Bonbon hin.
Gleich fahren wir zum ersten Mal seit drei Jahren nach Abländschen zu unserem Hans.
Sitzen eine gute Stunde vor seinem Haus hoch überm Tal und hören die alten Geschichten. Wir merken kaum, wie übern Mittelbergpass eine schwarze Wand aufzieht. Zeit, die 8km ins Tal zu fahren, wo ein Gewitter viel harmloser klingt, ohne den klirrenden Nachhall.
image
Am Abend rollen übers Abländschen – Tal Gewitter heran.

Sonntag, 9.8

Der Morgen immer noch grau. Ich fahre mit dem Rad in den Laden um Brot zu holen. Die Käthe steht im Laden undde hört die Übertragung eines Gottesdienstes im Radio. Die Predigt zitiert passend aus dem berühmten Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird es an nichts mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue und führt mich zum frischen Wasser… Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück“. Wie schön. Jahrtausendealte Texte. Sie zeigt mir die letzten Bilder vom guten Daniel, der vor ein paar Monaten starb.
Nachmittags eine Reise durch die Welten. Mittlerweile regnet es. Wir fahren über den Mittelbergpass nach Gstaad. Dieser Kontrast gehört hierher. Immerhin ist das ein Gemeindeverband: das Bauerndorf Abländschen, das sich knapp unterm Himmel windet und das Städtchen Gstaad, das die Reichen dieser Welt auf seinem Pflaster flanieren lässt. Die Uhrenläden und Modegalerien hatten auch heute geöffnet.
image

Gerade findet das Menuhin-Festival statt. Die billigste Karte aber für 40€.
Als Abschluss noch eine Radfahrt von Jaun hinauf nach Abländschen. Wie alles anders wird. Blick von der Kapelle hinab nach Jaun.

image
Das sind die letzten freundlichen Zeichen: Die Kapelle und das letzte Haus von Jaun mit den typischen flachen Apfel- und Birnbäumen. In Abländschen reifen diese Früchte nicht mehr.

image

Bäche strömen entgegen
image

Wir kommen am unteren Ende des Dorfes an. Oben reihen sich die Häuser
image

Montag, 10.8.

Strahlender Morgen. Fahre endlich in die Käserei, um Schweizer Käse zu kaufen: ein Viertel Mutschli und ein Stück mittelalten Greyezer
image
Für Hans im Laden Lebensmittel abholen und hinauf nach Abländschen. Wir sitzen lange überm Tal in der Sonne.
image

Dann rolle ich weiter durchs Dorf. Halt am Chirchli
image

Im Rücken bereits die Gastlosen, die berühmte Felswand.
image

Da drüben unser liebes altes Haus
image

Dann steil hinauf zu Chalet Grat, die lieben Leute wieder begrüßen. Das Schicksal der Nicht-Schweizer: der Imbiss kurz vorm Restaurant.
image

Dennoch natürlich lange, lange auf der Terasse sitzen und den Blick genießen in tiefen Zügen!
image

Abend über Jaun
image

Dienstag, 11.8.

Heute zum Abschluß der Schweiz-Reise die zweit-schönste Radtour die ich kenne (die schönste geht durchs böhmische Khaatal). Wir starten in Schönried im Sommertag und rollen oberhalb von Gstaad entlang.
image
In der Ferne im Dunst der Diableret – Gletscher.
image

Dann geht es ein unscheinbares Tal hinein
image

Und man kommt ins wunderschöne, winzige Sonnendorf Turbach
image

Weit geht der Blick ins hintere Tal. Vor uns schon die wunderbare Almhütte
image

Doch die hatte heute geschlossen. Dafür eiskaltes Wasser am Brunnen, dass die Hände schmerzten und schöne, schattige Bänke.
image

So rollt es in langer Abfahrt wieder nach Gstaad hinab.
image

Im Dorf gibt es wieder ein Lädeli, das eine Genossenschaft ist und gerade heute nachmittag nicht geöffnet hatte.
Dafür gab es diesen versteckten Kühlschrank mit Wurst und Käse und einer Kasse des Vertrauens
image

In Gstaad überfällt uns ein Gewitter Guss, der die feinen Menschen und feinen Parfums von den Straßen spült.
image

Ich fahre mit dem schicken Golden Pass Express zurück um das Auto zu holen
image

Als Höhepunkt gönnen wir uns noch ein Abendessen auf dem wundervollen Chalet Grat, Rösti und Käse
image

Und grandiose Rundblicke auch für unser Auto, leider heute ohne die Eisberge…
image

Nur schwer geht der Abschied von diesem Tal. Sitzen noch bis zur Dämmerung mit Hans überm Tal, um uns die steilen, frisch geheuten Wiesen, ein Duft wie aus einem Gewürzladen.

13. 8. Donnerstag

Gestern im Allgäu angekommen.
Zum Essen mit Ronald auf der Kugel mit herrlichem Blick
image

Heute eine Radtour rund um Isny, hügeliges Land, Bauernhöfe, idyllische Täler, schmale Straßen mit wenig Verkehr. Eine der schönsten Gegenden zum Radfahren überhaupt.
image
image
image

image
Zum Schluß durch die Gassen von Isny

image

14.8. Freitag

Ausflug und Stadtbummel durch Kempten
Beitrag folgt

15.8. Samstag

Trostlose Rückfahrt durch die Betonhölle wie immer…
Wie immer auch melancholischer Zwischenstopp. Vollkommene Idylle bei der Rast im Marktredwitzer Haus im Steinwald.
image
Zu Hause der erste Gang nach dem Gepäckausladen in das Gärtchen nach den Tomaten sehen. Seht selbst
image

image

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.