Reisen im Wohnzimmer

Ich glaube Ludwig Richter war es, der zu einer Italienreise aufbrechen wollte, durch irgendwas abgehalten wurde und schließlich ins Böhmische Mittelgebirge fuhr um zu zeichnen.

So ähnlich ging mir auch neulich, ein kurzer Ausflug in die Lausitz, ein heißer Sonntagnachmittag, die Augen ein bisschen zusammengekniffen an den zweisprachigen Ortsschildern, und schon könnte man auch in der Toscana sein.

Wahrscheinlich tun die Zikaden was man von ihnen erwartet, wenn es nur heiß genug ist oder das Gras trocken. Ich weiß noch nicht mal, ob es einen Unterschied zur deutschen Grille gibt, oder ob Zikade nur mediterraner klingt. Und siehe, der Essigbaum kommt dem flüchtigen Radfahrer doch glatt als Pinie entgegen. Wozu also in die Ferne schweifen. Nur die müden Kühe im Schatten der Eiche, sie geben der LPG keine Milch für einen Parmigiano, bestenfalls für einen Heinrichstaler Käse.
Und ach! wenn der Durst mächtig wird und man nach einer Trattoria Ausschau zu halten beginnt, das beginnt allmählich das Erwachen: so schlecht ist es doch nicht, in die Welt zu fahren.

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